FAQ

FAQ

FAQs (Frequently Asked Questions – häufig gestellte Fragen)

 

 

 

 

F: Könnt ihr mir dabei helfen, meine indische Familie zu finden?

A: Ja. Du kannst Teil unserer Bewegung werden und wir werden Dir dabei helfen, Deine Familie zu finden.

 

 

F: Warum ist die Herkunftssuche in Indien so schwierig?

A: Das ist eine lange Geschichte. Kurz gesagt: Es liegt hauptsächlich daran, dass diejenigen, die verantwortlich für unsere Akten (unsere Identität) sind, Adoptierten gegenüber unkooperativ sind. Das fängt an mit den Kinderheimen, die in Indien dafür verantwortlich sind, unsere Akten aufzubewahren. In den meisten Fällen wollen sie nicht, dass wir die Wahrheit über unsere Adoption herausfinden, da es sogenannte „Unregelmäßigkeiten“ (in anderen Worten: illegale Praktiken) gibt. Manchmal existiert das Kinderheim auch schon nicht mehr, ist umgezogen oder die Akten fehlen einfach.

Das ist ein globales Problem, nicht nur ein indisches. Die Behörden unserer Heimatländer sowie Adoptionsvermittlungsstellen sind meist auch sehr unkooperativ.

Ein wichtiger Aspekt ist auch, dass Behörden, Vermittlungsstellen und unsere Adoptiveltern oft nur unvollständige Informationen vorliegen haben. Wichtige Teile unserer Akten fehlen, so dass es sehr schwierig ist, die leiblichen Eltern zu finden.

 

 

F: Kostet das Geld?

A: Ja. Eine Herkunftssuche in Indien kann sehr schwierig und zeitaufwändig sein – mehr noch als in anderen Ländern. Sie erfordert viel Arbeit, Energie, Reisen, Verspätungen und Bürokratie und wir sollten für unsere Zeit entschädigt werden.

 

F: Wieviel kostet es?

A: Um eine vollständige Übersicht zu bekommen, sieh hier nach, eine grobe Übersicht findest Du hier.

 

 

F: Erhaltet ihr Zuschüsse?

A: Nein, wir erhalten keine Zuschüsse. Wir hängen zu 100% von dem Mitgliedsbeitrag zum Solidaritätsfonds ab, den Adoptierte zahlen, die sich uns angeschlossen haben.

 

F: Ich möchte meine indischen Dokumente einsehen. Könnt ihr mir einen Anwalt empfehlen?

A: Nein. Wir arbeiten aber in Indien mit Anwälten zusammen, und Anjali Pawar, die Koordinatorin von ARC, ist selbst auch Anwältin. Wir bieten eine umfassende Dienstleistung für Adoptierte aus Indien an, und Teil dieses Service ist der Zugang zu Anwälten in allen Regionen Indiens. Im Unterschied zu anderen Anwälten in Indien sind wir auf Herkunftssuchen spezialisiert und können daher einen seltenen und einzigartigen Service gewährleisten. Wir bieten jedoch keine Vermittlung an andere Anwälte an.

 

 

 

 

F: Kann ich nur den Namen und die Adresse meiner Mutter bekommen, ohne die ganze Herkunftssuche?

A: Noch nicht. Wir glauben, dass es Dein Recht ist, diese Information kostenlos zu erhalten und dafür kämpfen wir auch. Zurzeit jedoch wachen indische Behörden sehr genau über Adoptionsakten und auch die kleinste Information kann Jahre rechtlicher Maßnahmen kosten.

 

 

F: Möchten alle indischen Mütter von Adoptierten ihre entfremdeten Kinder wiedertreffen?

A: Die meisten schon. Es kann jedoch damit verbunden sein, eine hochsensible Situation mit sehr viel Einfühlungsvermögen und Erfahrung zu meistern. Einige Adoptierte wurden unehelich geboren, und in Indien werden unverheiratete Mütter stark stigmatisiert. Oft heiraten die Mütter später und haben ihrem Mann nichts über das uneheliche Kind erzählt, das damals zur Adoption freigegeben wurde. Bis jetzt haben wir bei fast allen Fällen die Zustimmung der Mutter erhalten, Informationen an ihr zur Adoption freigegebenes Kind weiterzuleiten – ein Schritt, der auf die Herkunftssuche folgt.

 

 

F: Fällt es Müttern leicht, ihre inzwischen entfremdeten Kinder zu treffen?

A: Nein. Oft kann ein Wiedersehen dazu führen, dass alte Wunden wieder aufreißen. Das Weggeben des Kindes wurde in den meisten Fällen verheimlicht und nicht weiter zur Sprache gebracht, aber der Schmerz ist geblieben. Jedoch wollten bislang alle Mütter, die wir im Rahmen einer Herkunftssuche gefunden haben, ihr verloren geglaubtes „Baby“ wiedersehen.

 

F: Gebt ihr mir den Namen meiner Mutter, sobald ihr ihn herausgefunden habt?

A: Nein. Eine Mutter mit ihrem zur Adoption freigegebenen Kinder nach 20 Jahren wieder zusammen zu bringen, kann für beide Seiten traumatisch sein und wenn diese Begegnung nicht richtig begleitet wird, kann es zu sozialen Komplikationen kommen. Das ist der Zeitpunkt an dem unsere Erfahrung und Qualifikation im Bereich Sozialarbeit genutzt wird, um solche Situationen gar nicht erst aufkommen zu lassen. Wir geben personenbezogene Daten der Mutter erst nach einem ersten Treffen heraus, wenn wir davon ausgehen können, dass beide Seiten sich wohl dabei fühlen.

 

 

F: Mir wurde gesagt, dass ich als Kind in Indien von meinen Eltern „verlassen“ wurde. Gibt es dann überhaupt eine Chance, meine Mutter wiederzufinden?

A: Diese Frage lässt sich nur schwer beantworten, und jeder Fall ist anders. Wenn Du als Kind tatsächlich verlassen worden bist, gibt es keine Chance, Deine Mutter wiederzufinden. Aber bei vielen von uns wurde dieser Begriff falsch angewendet, um den Adoptionsprozess zu beschleunigen. ARC wird Deine Adoptionsakte (kostenlos) prüfen und die dort getroffenen Aussagen mit denen des Kinderheims vergleichen. Wir nehmen keine Fälle an, wenn wir keinen positiven Ausgang erwarten.

 

 

F: Ich wurde von meinen Eltern im Kinderheim zur Adoption abgegeben. Wie stehen die Chancen, sie wiederzufinden?

A: Im Großen und Ganzen gut. Aber auch wir müssen zuerst die Aktenlage prüfen. Das wird uns dabei helfen, Dein Kinderheim zu finden und einen passenden Ansatz zu finden.

 

 

F: Ich habe keine Unterlagen über meine Adoption, was kann ich tun?

A: Nimm Kontakt zu uns auf und erzähl uns, was Du darüber weißt, und wir finden einen Weg, Deine Adoptionsakte auszugraben. Aufgrund unserer langjährigen Erfahrung mit Herkunftssuchen ist das scheinbar Unmögliche für uns Teil des Jobs.

 

 

F: Macht ihr irgendetwas Illegales? Oder zahlt ihr Bestechungsgelder?

A: Wir haben unerschütterliche moralische Grundsätze und hätten in diesem düsteren Umfeld nicht überlebt, wenn wir irgendetwas Illegales getan hätten. Viele der beteiligten Parteien würden uns liebend gerne verklagen. Wir haben nie Bestechungsgelder erhalten oder angenommen, und wir werden es auch nie. Wir arbeiten vollkommen im Rahmen der rechtlichen Bestimmungen. Das mag unsere Arbeit hin und wieder vielleicht etwas verlangsamen, aber wir können sicher sein, dass sie ethisch vertretbar ist.

 

 

F: Ich habe weder den Namen noch sonst irgendwelche personenbezogenen Daten meiner Mutter. Habe ich eine Chance?

A: Ja. Die meisten der anderen erwachsenen Adoptierten, denen wir geholfen haben, waren in derselben Lage.

 

 

F: Könnt ihr mir erklären, wie ihr die Herkunftssuchen angeht? Es ist mein Recht, und ich kann es mir nicht leisten, dafür zu bezahlen.

A: Nein. Eine Herkunftssuche ist eine zeitintensive, komplexe und oft sehr frustrierende Sache. Es ist harte Arbeit und kann Jahre dauern (Arun, der Gründer von ARC, hat 17 Jahre und 40 Flüge nach Indien dafür gebraucht). Nachdem wir diesen Service früher viele Jahre kostenfrei angeboten haben, mussten wir nun eine Mindestgebühr einführen, um weiter funktionieren zu können. Wir haben ein einzigartiges Netzwerk von integren Sozialarbeitern und Anwälten in Indien, einen ausgezeichneten Ruf und eine starke Moral. Bei jedem Fall wenden wir eine Methode an, die am besten mit „Reverse Engineering“ (Re- / Nachkonstruktion) beschrieben werden kann. Dieses Netzwerk und unsere Arbeitsweise aufrechtzuerhalten, erfordert ein Mindestmaß an Diskretion und Vertrauen. Das können wir nur denjenigen zur Verfügung stellen, die sich uns anschließen. Nichtsdestotrotz ist es unser Ziel, uns aus der Arbeit herauszuarbeiten, und sobald die indische Regierung die Informationen öffentlich zugänglich macht, werden wir glücklich arbeitslos sein.

 

 

F: Kann ich meine Herkunftssuche auch allein meistern?

A: Ja. Du kannst Deine Suche auch allein organisieren, aber wir können Dir versichern, dass Dich das viel mehr kosten wird, als mit ARC zu suchen. Wenn Du einen kurzen Abriss der Kosten haben möchtest, schreib uns einfach.

 

 

F: Ich bin gerade in Indien (oder reise nächste Woche dorthin). Könnt ihr mir helfen?

A: Nein. Selbst wenn wir mit Dir zu Deinem Kinderheim fahren würden, würden sie uns nicht die benötigten Informationen geben. Es kann bis zu zwei Jahre rechtlicher Auseinandersetzung dauern, bis Du Zugang zu Deinen Akten erhältst.

 

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